So zweite Uniwoche hinter mich gebracht. Grad aufgestanden und Fürhstück gemacht. Ich muss sagen, dass ich es schon sehr genieße ein eigenenes Appartement zu haben. Man kann morgens aufstehen, schön in die Küche gehen - ohne irgendwen auf dem Weg zu treffen - in Ruhe Frühstück machen, an den Tisch setzen und Frühstücken, und dann z.B. meinen Blog schreiben.
Gut, hab die Wohnung jetzt nicht 100%ig für mich alleine, aber da Delyan 10h am Tag arbeitet bzw. seine Freundin vor ner Woche aus dem Urlaub zurück ist und er jede zweite Nacht bei ihr verbringt, ist das Appartement schon ziemlich oft leer. Selbst wenn er da ist ist er so ruhig und umgänglich, dass ich mich wie in meiner eigenen Wohnung fühle. Hinzu kommt, dass ich aber selber kaum zuhause bin - Tagsüber in der Uni, Abends ist immer irgendwo was los.
Ich hab schon mittlwerweile Terminüberlappungen weil ich in so viele Clubs und Societies bin, dass ich ein wenig die Überischt verloren habe. Seit Mittwoch ist noch der Surfclub dazugekommen, den ich als Ersatz fürs Segeln nehmen werde, da sie Segler keine Ausrüstung stellen - die Surfer aber schon. Naja, abwarten und Tee trinken.
Akademisch gesehen war die Woche ziemlich abwechslungsreich. In Forensic Materials Engineering hab ich mich echt gelangweilt. Ich mein gut, das ist ne Materialkundevorlesung für Maschinenbauer - für mich als Werkstoffingenieur echt fast zu einfach :(
Als ich dann aber in meinen BWL und VWL Fächern saß, hab ich gemerkt dass es wohl doch von Vorteil ist, wenn ich mich in den Ingenieursfächern langweile :)
Zum einen ist da Management for Engineers, was eigentlich nur Projektmanagement ist und viel blabla und Vieles was ich schon gehört hab, allerdings besteht hier die Note zu 100% aus einer Projekt-Gruppensimulation die ende November ansteht.
In Manufacturing Systems and Project Management ging es dann schon etwas mehr ab. Zum einen benutzt der Dozent nur Abkürzungen für die Dinge die er berechnet - TIC (=total incremental cost), EOQ (hab ich schon wieder vergessen) etc. Dann muss ich mir die Wörter erstmal ins deutsche übersetzen, damit ich weiss was die Bedeuten; meistens hab ich die aber vorher noch nie gehört und muss dann erstmal die Definition raussuchen - bis ich dann soweit bin hat der die Werte schon durch 5 verschiede Formeln geschleift und rausbekommen, wieviel unsere imaginäre Firma in diesem Quartal produzieren sollte. Naja, da muss ich mich wohl morgen etwas einarbeiten...
In International Business and the Global Economy hab ich noch keinen Plan, WAS genau mir der 65-Jährige Gastdozent, der wohl mal eine Größe in der Irischen Wirstschaft war, mir beibringen möchte. Der fängt an bei der Dampfmaschine und geht über Industrialisierung und Irland und England und Wirtschaftsbeziehungen und so weiter und sofort. Der hat schon ca. 150 Seiten Lektüren hochgeladen. Ich werde da heute mal einen Blick drüberwerfen und schauen was es so zu zun gibt.
In Industrial Economics hab ich dann gemerkt, dass mir ein wenig Grundlagen aus Marktwirtschaft fehlen. Während die erste Vorlesung noch recht entspannt war, ging es hier am Donnerstag direkt mit Diagrammen, Formeln und Definitionen zu Märkten an. Was ist der Perfekte Markt, wo ist der Unterschied zu Monopolen, perfekten Planern, Oligopolen etc.
Ach hier hab ich wieder ein Vokabularproblem. Nicht dass er die Wörter, von denen ich keinen Schimmer habe was sie bedeuten, ganz selbstverständlich im Nebensatz benutzt, nein, ich muss die auch wieder Übersetzen - und hab dann immernoch keine Ahnung was die bedeuten. Gut, ist halt ein VWL-Kurs aus dem dritten Jahr, sprich dem 5ten Semester. Da wird wohl auch etwas Einarbeitung nötig sein. Wie sag ich doch immer: dem Ingenieur ist nix zu schwör!
Ich hab den Dozenten auch schon nach Grundlagen gefragt und ich muss sagen, wie die meisten Dozenten ist er sehr sympathisch und hilfsbereit. Er hat mir sogar ein alternatives Assingment angeboten! Während die ganzen irischen Studenten irgendeinen Werbedeal eines irischen Fernsehsenders in Sachen Werbegebühren mithilfe eines Textes des irischen Kartellamtes untersuchen, hat er mir angeboten, mir einen Text über die Verschmelzung von zwei deutschen Firmen aus den letzten paar Jahren zu geben! Das nenne ich mal Engagement!
Assingments habe ich in 4/5 Fächern, das ist immer ein Fachtext oder ein Essay zu einem bestimmten Thema, ca. 3000 Wörter. Die Deadline für diese Essays ist Mitte Dezember, sprich, mit der Aneignung der Grundlagen kommt da doch schon etwas Arbeit auf mich zu. Ich habe sogar schon Hausaufgaben in zwei Kursen aufbekommen :D
Irgendwie hatte ich das Gefühl dass ich zwischen Uni und Sport die Woche kaum Zeit hatte. Schaue ich mir aber den nichtakademischen Verlauf der Woche an, so wird mir einiges klar:
Montag: Trinken mit den Franzosen (die vertragen noch weniger als ich!), danach Kissenschlachtparty in the Village, 4 Stunden Schlaf.
Dienstag: Klettern und danach in den Pub, immerhin 6 Stunden Schlaf.
Mittwoch: Trinken mit dem Surfclub (nebenbei noch Championsleague geschaut), danach ins ALT, 4 Stunden Schlaf
Donnerstag: Trinken mit den Unitech Leuten (Cpt. Morgan lässt grüßen), danach ins Palace: 3 Stunden Schlaf.
Freitag: Trinken mit diversen Leuten, danach zu den Franzosen, danach ins Coppers, aber diesmal ausgeschlafen weil keine Uni: 9 Stunden Schlaf! Yes!
Morgens hab ich immer Vorlesung, Mittags dann meist bis 4 Uhr frei. Da ich jeden Tag Sport mache (Fitness, Klettern oder Laufen) und den Rest der Zeit mit Schlaf verbracht habe, blieb nicht viel Zeit übrig.
Dafür hab ich heute Zeit. Naja, fast. Um vier gehts nach IKEA, um neun kommt einer der Unitechleute aus Dublin und wir gehen ausnahmsweise mal ein einen Pub. Morgen gehts dann Mittags surfen und Abends kommen ein paar Leute zum Kochen vorbei.
Montag ist dann schon wieder Party in the Village, diesmal Grafitti Motto. Weiter habe ich noch nicht geplant.
Was gabs noch so? Zwei meine Schue haben einen Schnitt in der Sohle, die musten erstmal repariert werden (schon doof wenn es immer nur regnet und meine zwei Lieblinspaare ein Loch haben), ich konnte mich endlich für alle Unikurse eintragen, ach, ich hab die Hälfte schon wieder vergessen.
So, jetzt ists aber Zeit produktiv zu werden. Wäsche waschen und dann mal ein paar VWL-Gundlagen legen. Und Joggen steht heute natürlich auchnoch an.
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