| Dinner mit Alex, Cornelius, Rik, Markus und Therese |
Heute ging es direkt um 9 Uhr los. Department meeting des Mechanical Engineering. Waren aber eigentlich nur 30 Minuten blalba. Der Bachelor hat hier 4 Jahre, wir sind ca. 80 Leute in unserem Jahrgang, was für das TCD schon eine "huge number" ist. Naja, die sollten evtl. mal Maschinenbau an der RWTH (1300 Leute pro Machinenbaujahrgang) machen um mal eine Relation zu "huge number" zu bekommen...
Danach direkt erste Vorlesung: Manufacturing Systems and Project Management. Beispiel: Airbus; der A380 wird in 16 Verschiedenen Produktionsstätten hergestellt und besteht aus über 1.000.000 Einzelteilen. Es gibt sogar eigene Schiffe und Flugzeuge für Teile des A380.
Danach hatte ich erstmal bis 16 Uhr frei und habe meinen Stundenplan gemacht. Das ist ganz schön kompliziert, ich habe 4 Ingenieursfächer zu je 5 Creditpoints (=CP, heisst Leistungspunkte, eine Angabe für den Arbeitsaufwand eines Kurses) und dazu dann 9-10 Business oder Managementkurse, aus denen ich mir für 25-35 Creditpoints was ausgesucht hab.
Das ist aber gar nicht so einfach, da die Stundenpläne nur in den einzelnen Departments aufeinander abgestimmt sind und die Business- und Economykurse in den Zeiten stark variieren, z.B. ist Kurs A in Woche 3-5 an Tag B zur Uhrzeit C, von Woche 6-12 an Tag D zur Uhrzeit E etc.
Da war ich echt froh dass es sowas wie den Kalender von Googlemail gibt. Hab einfach alle Kurse die mich interessiert haben rausgesucht und die dann in den Kalender eingetragen. Nach drei Stunden hatte ich dann was ich wollte, ich werde wohl folgende Fächer wählen:
Ingenieursfächer:
- Manufacturing Systems and Project Management (5CP): da geht es um Produktionssysteme und die Verwaltung und Optimierung bei hohen Stückzahlen, sprich Gewinnmaximierung für Ingenieure
- Manufacturing Technology (5CP): hier geht es um das Design und die Materialauswahl von Industriellen Verarbeitungsprozessen
- Biomaterials: Materialien die in der Implantattechnik Anwendung finden und deren Wechselwirkung mit dem Körper, vom Hüftgelenk bis zum Zahnersatz
- Forensic Materials Engineering (5CP): Hier lernt man alles über Versagenskriterien bei metallischen Werkstoffen und die Gründe dafür
- Management for Engineers (5CP): Projektmanagement für Ingenieure, hier gibt es keine Klausur, wohl aber ein Projekt das über die Note bestimmt
Businessfächer
- International Business and the Global Economy (15CP): internationale Beziehungen zwischen Firmen und Globalisierung spielen hier die Hauptrolle
- Industrial Economics; Competition, Strategy and Policy (10CP): hier geht es um den Wettbewerb zwischen großen Firmen auf dem Markt; Theorie und Praxis
- Supply Chain Management (5CP): Die Organisation vom Rohstoff bis zum Endprodukt wird hier behandelt
Bin mir aber noch nicht sicher ob ich letzteres nehmen soll, das wären dann 55CP (normal sind 60 pro Jahr) + meinem Chinesischkurs - und eigentlich wollte ich ja auch noch ein wenig Spaß in Dublin haben...
Zwischendurch war ich dann noch beim Sekreteriat vom Department und hab mich nach einem HiWi-Job erkundigt, da ich gerne 6-8 Stunden pro Woche in einem Labor arbeiten würde um mir etwas dazuzuverdienen. Die Leute wussten erstmal gar nicht wovon ich rede, da man als Student in Dublin wohl eher weniger an der Uni arbeitet, schon gar nicht im Labor wie mir scheint. Über Unitech und Vitamin B habe ich es dann allerdings doch geschafft, die Sekretärin zu überzeugen sich auf die Suche zu machen. Bin mal gespannt was da rauskommt (hab direkt meinen Lebenslauf angehängt und meine Laborerfahrung wie XRD, XRF, SEM, EDX, EBSD, DSC, etc).
Zwischendurch war ich noch mit Clement und ein paar anderen Franzosen im Cafe auf dem Campus essen. Das Essen war echt ok, 5€ für ein gutes chicken curry. Es ist schon erstaunlich wieviele Leute man so aus der ersten Woche wiedertrifft, obwohl der Campus recht groß ist.
Dann ging es um 4 Uhr weiter mit Forensic Materials Analysis. Der Prof. scheint echt fasziniert von der Materie und sagt direkt am Anfang "Nene, es gibt keine Vorlesung bei mir, es gibt nur Treffen an denen wir über das diskutieren was ihr zuhause vorbereitet". Naja, ich bin gespannt, meine Mitstudenten allerdings waren nicht so begeistert :D
Danach gabs noch Management for Engineers, echt großer Kurs, hatte ich aber alles eigentlich schonmal gehört von wegen Projekte dauern immer länger als geplant und werden immer teurer etc... das einzige was interessant war ist, dass 80% aller Projekte an zwischenmenschlichen Dingen scheitern, nur 10% an technischen Dingen und 10% an noch irgenwas woran ich mich nichtmehr erinnern kann...
Zum Schluss noch den Chinesischkurs, nochmal zwei Stunden Gehirn anstrengen, aber war ok, wir sind 15 Leute, alle Altersklassen, bunt gemischt.
Ich kann jetzt schon sagen: Ni hao, wo jiao Hendrik, rènshi ni wo hen gaoxing - Hallo, ich heiße Hendrik, schön dich kennenzulernen. Und noch ein paar andere Sachen. Ist aber gar nicht so einfach, allein dass es halt vier verschiedene Betonungsarten gibt macht das ganze für Europäer unglaublich schwer. Über die Zeichen möchte ich noch gar nicht erst nachdenken.
Danach hab ich mich erstmal verlaufen, es war den ganzen Tag am regnen, relativ stürmisch, und als ich dann nach 45 anstatt nach 20 Minuten zuhause war, war die Jeans und die Schuhe klätschnass. Naja, hatte noch einen großen Pot Chili von gestern über.
So, jetzt geh ich aber ins Bett, morgen gehts um 9 Uhr weiter...
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