Also, zum Roadtrip. Letzte woche Montag gings morgens um 8 Uhr los. Johanna, Baptiste und ich sind dann mit Baptistes Auto erstmal Richtung Norden. Unsere Route verlief meist an der Westkueste entlang:
Dublin -> Enniskillen -> Ballyshannon -> Donegal -> Killybegs -> Carrick -> Ardara -> Duncrana
Wir haben insgesamt fast 5€ fuer die Autobahn gezahlt (1,40€ pro Mautstation). Auf dem weg haben wir dann immer wieder an diversen Stationen gehalten und uns ein paar Sachen angeschaut. Ein altes Schloss, die Kueste, ein Fort, einen Wasserfall und was weiss ich nicht noch alles. Die Fotos koennen das besser darstellen.
In Duncrana haben wir dann in dem Hostel "Tullyarvan Mill" uebernachtet. Wir waren die einzigen Leute an diesem Abend im Hostel (60 Betten oder so, nur fuer uns!), und wie es der Zufall so will war die Dame an der Rezeption Deutsche. Sie hat ihren Mann (der Ire ist) vor "langer Zeit" in einem Hostel in Australien kennengelernt. Immer wieder interessant was das Schicksal fuer manche Leute so bereithaelt.
Ich musste dann erstmal den Einbruch (mein Mitbewohner hatte mich direkt am Montag Abend angerufen) mit ein paar Pints Cider verkraften. Wir haben den ganzen Abend Karten gespielt, gegen 1 Uhr kam dann ein alter, betrunkener, aber ruhiger und netter Mann in den Gemeinschaftsraum des Hostels. Der ist dann an uns vorbeigegangen und hat sich in aller Seelenruhe eine Cola aus dem Automaten geholt, was nach mehreren versuchen auch geklappt hat, und ist dann nach draussen gegangen und hat seine Cola genossen. Wir halt ein wenig verwirrt, weil wir die einzigen im Hostel sein sollten.
Wie das so ist haben wir ihn dann angesprochen, und er ist, wer haette es gedacht, ein Kuenstler! Er war 15 Jahre lang extrem religioes und hat versucht Leute zu "retten". Als ihm keiner oder nur wenige geglaubt haben ist ihm die ganze Sache zu dumm geworden, und er ist Kuenstler geworden. Liegt ja nahe, oder? :)
In dem Hostel ist noch eine Schule integriert, und natuerlich auch das Atelier des Kuenstlers! Als wir da rein sind, sind mir zuerst die 20 leeren Weinflaschen ins Auge gefallen, die da so rumstanden. Dann hab ich mich aber mehr fuer die zehn Staffeleien interessiert, die im Kreis ausgerichtet waren. Die waren von Pauls (so hiess unser Kuenstler) Schuelern, sprich Leuten denen er Abends Kunst beibringt. Altersspanne seiner Schueler: 11 bis 56 Jahre.
Ich dann rein aus Interesse gefragt, wie er sonst noch so seinen Lebensunterhalt verdient. Er verkaufe halt die Bilder, die malt. "Wieviel pro Bild?" "Mehrere tausend Euro"
Da bin ich natuerlich neugierig geworden und hab ihn zwei Tage spaeter gegoogelt. Und siehe da, kein Mist, der Typ scheint wirklich was auf dem Kasten zu haben!
Er hat dann noch jedem von uns in jeweils 5min ein Bild gezaubert. Kohle auf Konzeptpapier. Mein Bild haengt jetzt in meinem Zimmer in Dublin.
Hier die Bilder aus seinem Studio:
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| Das Bild unten rechts war noch bis vor einer Woche auf der Website zu erwerben! (nur 3.900€) |
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| Paul Kerr in action |
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| Kuenstlerische Pause mit der obligatorischen Zigarette |
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| Ein Bild von Paul Kerr nur fuer mich :) |
Hier noch die Homepage des Kuenstlers:
http://www.paulkerr.ie/
Und ein paar seiner Werke zum Verkauf:
http://www.keelinggallery.com/store/product-list.php?paul_kerr-pg1-cid88.html
Am naechsten Tag ging es dann weiter:
Duncrana -> Malin -> Malin Head (der noerdlichste Punkt Irlands) -> Londonderry -> Dublin
In Letterkenny hat dann mein Akku vom Fotoapparat aufgegeben. Londonderry ist eine Stadt in Nordirland die aehnlich wie Belfast sehr unter dem "Glaubenskrieg" zwischen Protestanten und Katholiken gelitten hat. An jeder zweiten Ecke sind Bilder oder Schriftzuege die an das Geschehene erinnern.
Hier dann nochmal ein paar ausgewahlte Bilder:







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