Dienstag, 11. Dezember 2012

Woche 12... ne, Moment... Doch!?!

Ja, und da ist es auch schon so weit! Am Samstag gehts nach Hause, um 20:25 Uhr (glaub ich) lande ich in Duesseldorf!!!

Jetzt erstmal nachdenken was ich in den letzten Wochen so getrieben hab... ach stimmt, ist ja nicht schwer, hab ja nur Assignments geschrieben! Zwischendurch war ich im Theater, auf ein paar Parties... aber das war auch schon so ziemlich.
Die letzten Tage liefen ungefaehr so ab: 9 Uhr Vorlesung ausfallen lassen, dafuer irgendwas sportliches machen, dann in die Uni, Assignments schreiben.
Letzte Woche hatte ich fuer fast zwei Wochen keinen Alkohol getrunken - beziehungsweise hatte kaum Party gemacht - was ungefaehr aufs selbe rauskommt. Damit war dann aber am Mittwoch vorbei, da kam dann naemlich mein erster und bis jetzt einziger Besucher aus Deutschland, Marie! Ich hab sie dann mal direkt in die Irische Pubkultur ingeweiht.

Donnerstag gings dann ins National Archeology Museum, Goldschmuck und Moorleichen anschauen. Abends war ich dann mti den Unitechlern zu den "Commons" eingeladen. Das sind schicke Abendessen in der TCD Dining Hall, die jeden Abend vor Weihnachten stattfinden. Alle derzeitigen Stipendiaten des TCD und alle mit einem TCD Abschluss duerfen da umsonst hinkommen und sich verkoestigen lassen. Das ist Tradition seit 420 Jahren oder so (auf jeden Fall irgendwas ueber 400). Dazu wurden dann noch Reden gehalten und ein Chor hat die ganze Zeit mit Weihnachtsliedern fuer Stimmung gesorgt. Am Ende gabs dann den typischen Plum Pudding (ganz lecker, allerdings extrem alkoholisch! Selbst die Vanillesahne dazu enthaelt spuerbar Alkohol!).
Hier mal ein paar Bilder:







Danach gings dann klettern (Marie hat sich ganz gut geschlagen), dann in einen Pub, danach auf eine Hausparty in Dublin. Da war wieder alles voller Franzosen!Die hatten auch schon den Weihnachtsbaum geschmueckt (siehe Foto).



Ein gelungener Abend!

Freitag gings dann nachdem ich ein wenig an meinen Assignments gearbeitet hatte ins Guiness Storehouse (Bilder gibts spaeter), aber ich muss sagen, fuer 16.50€ Eintritt hat sich das nicht gelohnt.

Abends war ich dann auf einen Geburtstag eingeladen, ca. 40 Leute waren da. Ich hab noch nie eine Privatparty gesehen die so teuer war (wahrscheinlich). Erst dachten wir, wir haben uns in der Adresse geirrt, da man erst die locker 15m lange mit Baumen gesaeumte Einfahrt zum Haus langlaufen musste. Sagte ich Haus? Der Begriff Villa oder schloss kommt da wohl eher ran. Freundlich von den Eltern begruesst worden (gut, Clara ist auch erst 21 geworden), durch die tausend Flure des Hauses geleitet worden. In der Einladeung steht nix davon, dass Alkohol da sein wird... also haben wir zu viert fuer 50€ Alkohol mitgebracht (1L Vodka = 27€), war aber nicht noetig.
Man wurde von einem netten Herren die ganze Zeit mit Alkohol versorgt. Hinzu kam eine Frau, die die ganze Zeit Essen serviert hat. Pommes Wuerstchen Frikadellen Kuchen Chips alles! Und um 11 kamen dann noch 30 Burger und 10 Pizzen - da hatte jemand schon ein wenig Geld in eine Geburtstagsparty investiert :)
Hier mal einzwei Bilder:





Das Motto war Winter Wonderland. Wir haben uns einfach so silberne Sternchenaufkleber gekauft und uns damit beklebt -> wir waren Schneeflocken! Ist ziemlich gut angekommen (und das bei gerade mal 1€ Investition pro Person!). Da die Mischungen mit hochprozentigen aber leider ziemlich duerftig waren und so ein 0,3er Bier nunmal recht schnell leer ist, bin ich dann auf Wein und Cider umgestiegen. War keine gute Idee alles durcheinander zu trinken...

Nachedem ich dann am Samstag aufgestanden bin gings in die Bibliothek, da ich doch etwas in Verzug war mit meinen Assignments. Habe dann auch von 12 Uhr Mittags bis 1:30 Uhr Nachts an meinen Business Projekt gearbeitet. Das hab ich am Sonntag abgeschlossen, und auch mein Management for Engineers Projekt ist schon zu 70% fertig. Dafuer war ich dann aber auch am Sonntag wieder 10 Stunden in der Bibliothek (muss ja dahin, hab ja noch keinen Laptop!).

Gestern hatten wir dann eine Telefonkonferenz mit unserem Unitech Betreuer von Schott. Unser Projekt umfasst die Optimierung eines Prozesses der Glasherstellung in der Schweiz, den wir hinsichtlich einer Autmatisierungsloesung evaluieren sollen. Die Zwischenergebnisse werden wir dann im Januar in Barcelona vorstellen. Bin mal gespannt was wir da so erarbeiten... Dann hab ich wieder Sport gemacht, danach hatte ich Vorlesung bis Abends und dann noch Chinesisch.

Heute hab ich auch wieder keine Hand an meine letzten zwei verbliebenen Assignments gelegt, es kam immer was dazwischen. So langsam macht sich eine "goodbye" Stimmung breit, da viele Erasmusleute nur ein Semester bleiben und somit dann ab Weihnachten weg sind. Ich bin schon froh dass ich im Januar wieder komme, andererseits koennte ich jetzt auch schon meine Masterarbeit anfangen und arbeiten... von seinen Ersparnissen leben gefaellt mir nicht so ganz, besonders in Dublin :(

Gleich zum Klettern, morgen gehts zu CRH, einer Irischen Firma die im Unitech Programm ist. Dann ist jeden Abend irgendwo irgeneine Abschiedparty, aber dass sind so viele, dass ich noch gar nicht weiss wann ich so sein soll. Und dann brauch ich eigentlich noch 8 bis 9 Stunden um meine Assignments fuer Freitag Nachmittag abzuschliessen... eventuell wirds morgen eine Nachtschicht :)

War sonst noch was? Achja, ueberall wird Weihnachtsmusik gespielt. Und nen Weihnachtsmarkt gibts auch. Stressig.

Samstag, 24. November 2012

Woche 9

So, nachdem ich letzte Woche zwei Assignments rechtzeitig fertig bekommen habe, sind jetzt nurnoch fuenf uebrig. Genau, kaum ist man mit dem einen fuer Manufacturing fertig, kommt schon das naechste.
Naja, ich hab mir gedacht, es ist mal wieder Zeit einen Post zu erstellen. Momentan sitze ich in der 24-Stunden-Bibliothek, und nachdem ich ueber eine halbe Stunde auf einen Computer gewartet habe. Die Bibliothek ist, wie der Name schon sagt, 24 Stunden am Tag geoeffnet, sieben Tage die Woche. Hier mal ein Bild:

 
 
Eigentlich ist die Woche nichts spannendes passiert, da ich immer in der Uni war und mich mit den Assignments beschaeftigt habe. Das praktische daran ist, dass ich viel Geld gespart habe. Die letzte Party ist glaub ich fast zwei Wochen her. Seit der reading week war ich auch eigentlich auf keinem Ausflug mehr. Der Surftrip ist ausgefallen, auf alles andere hatte ich irgendwie keine Lust bzw. Zeit.
 
Wegen dem Laptop gibts nix neues, der ermittelnde Beamte ist wohl sehr beschaeftigt...
 
Als ich letztes Wochenende uebers Campusgelaende gelaufen bin, habe ich ein Rugbyspiel beobachten koennen! Ich nach dem gefuehlt fuenften Spiel sind mir die regeln immernoch nicht klar. Hier mal Fotos und ein Video:
 
 

 
 

 
Dann hab ich noch ein Video auf meinem Handy gefunden, in dem ich versucht habe die Atmosphaere in einem Pub einzufangen. Der Ton ist leider nicht ganz so gut, aber ich hoffe es kommt trotzdem ein wenig von der irischen Partykultur rueber:
 
 
Und sonst? Ja, das Leben in Dublin ist teuer. Sehr teuer. Ich frag mich immer wieder warum ich keine billigere Wohnung genommen habe... eventuell ziehe ich ja zum neuen Jahr wieder um. Mal schauen, vielleicht ergibt sich ja was.
 
 
Was war sonst noch? Achja, eine Kostprobe vom Chinesischkurs hab ich auch noch:
 
 
Zum Schluss noch ein paar Impressionen von meiner woechentlichen Joggingstrecke:
 



 

Mittwoch, 14. November 2012

Road Trip Northern Ireland

So, endlich habe ich mal einen Computer in der Uni gefunden, der einen SD Steckplatz hat, damit ich die Fotos von der Kamera runtermachen konnte.

Also, zum Roadtrip. Letzte woche Montag gings morgens um 8 Uhr los. Johanna, Baptiste und ich sind dann mit Baptistes Auto erstmal Richtung Norden. Unsere Route verlief meist an der Westkueste entlang:

Dublin -> Enniskillen -> Ballyshannon -> Donegal -> Killybegs -> Carrick -> Ardara -> Duncrana

Wir haben insgesamt fast 5€ fuer die Autobahn gezahlt (1,40€ pro Mautstation). Auf dem weg haben wir dann immer wieder an diversen Stationen gehalten und uns ein paar Sachen angeschaut. Ein altes Schloss, die Kueste, ein Fort, einen Wasserfall und was weiss ich nicht noch alles. Die Fotos koennen das besser darstellen.

In Duncrana haben wir dann in dem Hostel "Tullyarvan Mill" uebernachtet. Wir waren die einzigen Leute an diesem Abend im Hostel (60 Betten oder so, nur fuer uns!), und wie es der Zufall so will war die Dame an der Rezeption Deutsche. Sie hat ihren Mann (der Ire ist) vor "langer Zeit" in einem Hostel in Australien kennengelernt. Immer wieder interessant was das Schicksal fuer manche Leute so bereithaelt.

Ich musste dann erstmal den Einbruch (mein Mitbewohner hatte mich direkt am Montag Abend angerufen) mit ein paar Pints Cider verkraften. Wir haben den ganzen Abend Karten gespielt, gegen 1 Uhr kam dann ein alter, betrunkener, aber ruhiger und netter Mann in den Gemeinschaftsraum des Hostels. Der ist dann an uns vorbeigegangen und hat sich in aller Seelenruhe eine Cola aus dem Automaten geholt, was nach mehreren versuchen auch geklappt hat, und ist dann nach draussen gegangen und hat seine Cola genossen. Wir halt ein wenig verwirrt, weil wir die einzigen im Hostel sein sollten.
Wie das so ist haben wir ihn dann angesprochen, und er ist, wer haette es gedacht, ein Kuenstler! Er war 15 Jahre lang extrem religioes und hat versucht Leute zu "retten". Als ihm keiner oder nur wenige geglaubt haben ist ihm die ganze Sache zu dumm geworden, und er ist Kuenstler geworden. Liegt ja nahe, oder? :)

In dem Hostel ist noch eine Schule integriert, und natuerlich auch das Atelier des Kuenstlers! Als wir da rein sind, sind mir zuerst die 20 leeren Weinflaschen ins Auge gefallen, die da so rumstanden. Dann hab ich mich aber mehr fuer die zehn Staffeleien interessiert, die im Kreis ausgerichtet waren. Die waren von Pauls (so hiess unser Kuenstler) Schuelern, sprich Leuten denen er Abends Kunst beibringt. Altersspanne seiner Schueler: 11 bis 56 Jahre.
Ich dann rein aus Interesse gefragt, wie er sonst noch so seinen Lebensunterhalt verdient. Er verkaufe halt die Bilder, die malt. "Wieviel pro Bild?" "Mehrere tausend Euro"
Da bin ich natuerlich neugierig geworden und hab ihn zwei Tage spaeter gegoogelt. Und siehe da, kein Mist, der Typ scheint wirklich was auf dem Kasten zu haben!
Er hat dann noch jedem von uns in jeweils 5min ein Bild gezaubert. Kohle auf Konzeptpapier. Mein Bild haengt jetzt in meinem Zimmer in Dublin.

Hier die Bilder aus seinem Studio:





Das Bild unten rechts war noch bis vor einer Woche auf der Website zu erwerben! (nur 3.900€)


Paul Kerr in action

Kuenstlerische Pause mit der obligatorischen Zigarette

Ein Bild von Paul Kerr nur fuer mich :)


Hier noch die Homepage des Kuenstlers:

http://www.paulkerr.ie/

Und ein paar seiner Werke zum Verkauf:

http://www.keelinggallery.com/store/product-list.php?paul_kerr-pg1-cid88.html


Am naechsten Tag ging es dann weiter:

Duncrana -> Malin -> Malin Head (der noerdlichste Punkt Irlands) -> Londonderry -> Dublin

In Letterkenny hat dann mein Akku vom Fotoapparat aufgegeben. Londonderry ist eine Stadt in Nordirland die aehnlich wie Belfast sehr unter dem "Glaubenskrieg" zwischen Protestanten und Katholiken gelitten hat. An jeder zweiten Ecke sind Bilder oder Schriftzuege die an das Geschehene erinnern.

Hier dann nochmal ein paar ausgewahlte Bilder: